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Wenn die Flatrate keine Flat ist

Wer schon einmal eine Datenflatrate gebucht hat kennt das Problem: zwar werden die Flatrates als Flats beworben und häufig kommen auch Ausdrücke wie „grenzeloses Surfen“ zur Anwendung. Dabei haben diese Flatrates durchaus Grenzen – ab einem bestimmten monatlichen Datenverbrauch (die Werte liegen hier zwischen 200 Megabyte und 5 Gigabyte) wird die Flatrate gedrosselt. Auch nach dieser Drosselung ist surfen möglich, weiter Kosten fallen auch nicht an, aber die Leistung der Datenflat wird drastisch reduziert. Die Geschwindigkeit sinkt von HSDPA Speed auf GPRS Geschwindigkeit. Der Leistungsverlust liegt dabei bei mehr als 90 Prozent.

Die Verbraucherzentral Nordrhein-Westfalen ist gegen solche Angebote jetzt vorgegangen. Ziel war es dabei nicht, die Angebote abzuschalten oder nicht mehr verfügbar zu machen sondern die Kennzeichnung der Angebote als Flatrates sollte verschwinden. Stattdessen sollten die Anbieter klar kommunizieren, dass es eben keine vollständige Flatrate wäre.

Die Verbrauchzentrale schreibt dazu:

„Internet-Flat mit bis zu 7.200 kBit/s unbegrenzt surfen solange Sie wollen“, warb etwa die Firma 1&1 (gmx.de, web.de), die Telekom (t-mobile.de) kreierte den Slogan: „Flatrate zum Highspeed-Surfen und E-Mailen (mit max. 7,2 Mbit/s)“ und auch Vodafone versprach für die „SuperFlat Internet Mobil“: „Surfen Sie unbegrenzt im Internet“. Doch den Unterschied zwischen Werbung und Wirklichkeit zeigte – wieder mal – der Blick in die Tarifdetails oder ins Kleingedruckte. Dort behielten sich die vollmundigen Firmen vor, die Übertragungsgeschwindigkeit nach Nutzung eines Datenvolumens von 500 (1&1) bzw. 300 Megabyte im Monat (entspricht grob gerechnet Internetvideos in Spielfilmlänge) auf GPRS-Niveau (maximal 64 Kilobit pro Sekunde im Download) zu drosseln: ein dreister Leistungsschwund von 99,1 Prozent. Das bedeutet: Wo vorher auf dem Handy-Display ein Video ruckelfrei lief, brauchte es nach der Drosselung allein für das Öffnen einer Internetseite mehr als eine halbe Minute. Dieses Schnecken-Internet mussten Nutzer des Tarifs „Data-Flat“ beim Anbieter NetCologne („Ohne Limit Surfen und Mailen“) sogar bereits nach einem Datenverkehr von 200 Megabyte erdulden.

Laut der Verbraucherzentrale gab es mit einigen Anbietern bereits außergerichtliche Einigungen. Die solomo GmbH (Solomo Prepaid Karten) sowie Medion AG (ALDI Talk) und Blau Mobilfunk haben eine entsprechende Verpflichtungserklärung abgegeben (Blau.de nur in Teilen) laut der die von der Verbraucherzentrale angemahnten Punkte künftig abgestellt würden.

Darüber hinaus wurden gegen weitere Anbieter einstweilige Verfügungen beantragt und mittlerweile auch erlassen. Diese Anbieter dürfen nun auch nicht mehr mit den Slogans auf ihren Webseiten werben.

Im Anschluss daran wird es wohl Gerichtsverfahren geben, in denen in mehreren Instanzen geklärt wird, was den Begriff „Flatrate“ ausmacht und wann er für ein Produkte angewendet werden darf. Bis zur endgültigen Klärung dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.




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