Die Mobilfunklandschaft hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Lange Zeit mussten sich Verbraucher strikt zwischen zwei Modellen entscheiden: auf der einen Seite die klassischen Laufzeitverträge mit festen Monatsgebühren und zweijähriger Bindung, auf der anderen Seite flexible Prepaid-Tarife, bei denen Guthaben erst aufgeladen werden muss, bevor eine Nutzung möglich ist. Mit dem Einzug digitaler Technologien wie der eSIM entstehen jedoch zunehmend Hybridmodelle, die die Grenzen zwischen diesen Konzepten verwischen. Ein prominentes Beispiel für diese neue Generation von Mobilfunkanbietern ist NAKED mobile. Um zu verstehen, wie das Modell funktioniert und für wen es sich eignet, lohnt sich ein genauer Blick auf die Abrechnungsstruktur und die technischen Besonderheiten des Anbieters.
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NAKED mobile ist kein klassischer Prepaid-Anbieter, sondern basiert auf einem flexiblen Postpaid-Prinzip. Während Nutzer bei einem Prepaid-Tarif Guthaben vorab aufladen müssen, erfolgt die Abrechnung hier rückwirkend am Ende des Monats. Dennoch verbindet das Konzept den Komfort eines Mobilfunkvertrags mit einer Flexibilität, die man sonst eher von Prepaid-Karten kennt.
Das Angebot wird im Netz von Vodafone realisiert und richtet sich an Kunden, die einen vollkommen digitalen und dynamischen Tarif suchen. Der Vertrag verzichtet auf feste Mindestlaufzeiten und ist monatlich kündbar. Die Abwicklung erfolgt ausschließlich digital über ein Smartphone, da der Anbieter komplett auf physische SIM-Karten verzichtet und stattdessen rein auf das eSIM-Format setzt. Eine Vertragsbindung gibt es bei dieser eSIM nicht.
Das Besondere an dem Tarifmodell ist die dynamische Preisanpassung an den tatsächlichen Verbrauch. Der Kunde legt sich nicht auf ein festes Datenpaket fest, sondern zahlt nur für das Datenvolumen, das im Abrechnungszeitraum tatsächlich genutzt wurde. Der Preis berechnet sich über verschiedene Verbrauchs-Stufen. Wer in einem Monat extrem wenig Daten verbraucht, zahlt nur einen sehr geringen Basisbetrag. Nimmt die Datennutzung zu, klettert der Preis automatisch über Stufen wie beispielsweise fünf, fünfzehn oder fünfundvierzig Gigabyte bis hin zu einem Maximalbetrag für zweihundert Gigabyte Datenvolumen. Erst nach Überschreiten dieser Höchstgrenze wird die Surfgeschwindigkeit gedrosselt. Eine klassische Kostenfalle durch unbemerkt nachgebuchtes Datenvolumen entsteht dadurch nicht.
| Datenvolumen pro Monat | Preis pro Monat | Besonderheiten / Drosselung |
| bis 250 MB | 1,99 € | Basistarif bei sehr geringer Nutzung |
| bis 5 GB | 5,99 € | Automatische Anpassung bei Mehrverbrauch |
| bis 15 GB | 11,99 € | Automatische Anpassung |
| bis 20 GB | 14,99 € | Automatische Anpassung |
| bis 30 GB | 19,99 € | Automatische Anpassung |
| bis 45 GB | 24,99 € | Automatische Anpassung |
| bis 200 GB | 49,99 € | Maximaltarif |
| ab 200 GB | 49,99 € | Gedrosselt auf 64 kbit/s (ohne Zusatzkosten) |
In allen Stufen sind eine Telefonie- und SMS-Flatrate in deutsche Netze sowie die Nutzung des Vodafone-Netzes per eSIM enthalten. Der Kunde wird am Monatsende automatisch in die Stufe eingeordnet, die seinem tatsächlichen Verbrauch entspricht.
Inbegriffen ist in jedem Fall eine Flatrate für Telefonate und SMS in alle deutschen Netze, wobei eine vertragliche Grenze im Rahmen einer Fair-Use-Regelung greift, um Missbrauch zu vermeiden. Der Abschluss des Vertrags setzt ein eSIM-fähiges Smartphone voraus. Nach einer digitalen Identitätsprüfung lässt sich das Profil direkt auf das Gerät herunterladen und aktivieren. NAKED mobile richtet sich damit an Nutzer, die maximale Flexibilität ohne Vorab-Aufladung suchen und ihren monatlichen Datenverbrauch nicht fest im Voraus planen möchten.
Ich schreibe bereits seit 2006 rund um die Themen Prepaid, Mobilfunk und Kommunikation und begleite die Entwicklungen auf dem Markt seit dieser Zeit intensiv und durchaus auch kritisch: Preisanpassungen, neue Tarifstrukturen wie die Datenautomatik oder immer mehr Datenvolumen haben nicht nur Vorteile. Das Internet hat in diesem Segment viel verändert und ist zu einer wichtigen Informationsquellen geworden, die vielfach die Mobilfunk-Fachgeschäfte abgelöst hat. Sollte es Fragen oder Anmerkungen zum Artikel geben – gerne in den Kommentaren oder auch direkt in den soazialen Netzwerken. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?