
Die Mobilfunklandschaft in Deutschland steht vor dem nächsten großen Technologiewechsel. Nachdem 2021 bereits die UMTS- bzw. 3G-Netze abgeschaltet wurden, neigt sich nun auch die Ära des GSM-Standards (2G) dem Ende zu. Wer eine Prepaid-Karte nutzt, fragt sich zu Recht: Was bedeutet das für mein Guthaben, alte Tastenhandys und günstige Zweitkarten?
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1. Die Zeitpläne der Netzbetreiber
Alle drei großen Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland haben klare Fristen für den Rückbau des 2G-Netzes bekannt gegeben.
| Netzbetreiber | Geplante 2G-Abschaltung | Betroffene Prepaid-Marken (Beispiele) |
| Deutsche Telekom | Voraussichtlich 30. Juni 2028 | MagentaMobil Prepaid, Congstar, Kaufland mobil, NORMA mobil |
| Vodafone | Bis Ende September 2028 | CallYa, otelo, Edeka Smart |
| O2 Telefónica | 2. Jahreshälfte 2028 | O2 Freikarte, ALDI Talk, Blau, Tchibo Mobil, NettoKOM, Ortel Mobile |
| 1&1 | Gemäß Vodafone-Zeitplan (National Roaming) | 1&1 Prepaid-Angebote |
(Sonderausnahme: Für kritische Industrie-Anwendungen und IoT-Systeme betreibt Vodafone das 2G-Netz vereinzelt noch bis Ende 2030 weiter. Für normale Sprach- und Prepaid-Kunden gilt jedoch das Ende 2028.)
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2. Warum wird 2G überhaupt abgeschaltet?
2G wurde vor über 30 Jahren vor allem für reine Telefonie und SMS eingeführt. Heute blockieren die Frequenzbänder (vor allem im Bereich um 900 MHz) wertvolle Ressourcen. Durch die Abschaltung können die Mobilfunkanbieter dieses Frequenzspektrum vollständig für das moderne 4G (LTE) und 5G umwidmen. Für Kunden bedeutet das eine deutlich höhere Netzkapazität, bessere Sprachqualität und stabilere Datenverbindungen auf dem Land und in Gebäuden. Betroffen sich daher nicht nur die Karten im Prepaid Vergleich, sondern alle Simkarte auf dem Markt.
3. Besonderheit bei Prepaid: Wer ist von der Abschaltung betroffen?
Bei der 3G-Abschaltung war das Problem überschaubar: Wer kein LTE hatte, nutzte weiterhin das 2G-Netz zum Telefonieren. Dieses Sicherheitsnetz fällt 2028 weg. Besonders im Prepaid-Sektor gibt es viele Spezialfälle, die von der Umstellung betroffen sein werden:
Nutzer von reinen 2G- / Tasten- & Seniorenhandys
Klassische Tasten- und Seniorenhandys unterstützen oft nur GSM (2G). Sobald das Netz abgeschaltet wird, können diese Geräte weder Anrufe tätigen noch SMS empfangen oder Notrufe absetzen.
4G-Handys ohne VoLTE (Voice over LTE)
Ein weit verbreiteter Irrtum: „Mein Handy zeigt 4G an, also bin ich sicher.“ Das stimmt nicht immer. Ältere 4G-Smartphones nutzen zwar LTE für das Datennetz, schalten bei einem Telefonat aber im Hintergrund ins 2G-Netz zurück (sog. 2G-Fallback). Das Mobiltelefon benötigt zwingend die Funktion VoLTE (Voice over LTE), um Anrufe direkt über das 4G-Netz abzuwickeln.
Alarmanlagen, GPS-Tracker, Wildkameras & Smart Home
Im Prepaid-Bereich greifen viele Nutzer auf günstige SIM-Karten ohne Grundgebühr zurück, um Tracker im Auto, Alarmanlagen oder Haustechnik zu betreiben. Viele dieser älteren IoT-Module verbauen nach wie vor reine 2G-Funkchips. Diese Geräte verlieren ohne Hardware-Upgrade ihre Verbindung.
4. Was müssen Prepaid-Kunden jetzt tun? (Der Schnell-Check)
- Das Endgerät prüfen: Schauen Sie in den Mobilfunkeinstellungen nach den Punkten „VoLTE“, „4G-Telefonie“ oder „Sprachanrufe über LTE“. Führen Sie ein Test-Telefonat durch: Bleibt im Display während des Gesprächs „4G“ oder „5G“ stehen, ist alles in Ordnung. Welchselt das Display auf „E“, „G“ oder „2G“, telefoniert das Gerät noch über das alte GSM-Netz.
- Die SIM-Karte prüfen: Besonders sehr alte Prepaid-SIM-Karten (älter als 8–10 Jahre) sind teilweise noch nicht für LTE oder VoLTE freigeschaltet. Ein Austausch der SIM-Karte ist bei Prepaid-Anbietern über das Online-Kundenkonto in der Regel kostenlos möglich.
- Rechtzeitig umsteigen: Unterstützt ein Tastenhandy oder ein Alarmanlagen-Tracker definitiv kein LTE/VoLTE, sollte das Gerät bis spätestens Mitte 2028 durch ein modernisiertes 4G-/5G-fähiges Modell ausgetauscht werden.
Fazit: Für den Großteil der Smartphone-Nutzer verläuft die 2G-Abschaltung geräuschlos. Wer jedoch Prepaid-Karten in alten Seniorenhandys, Zweitgeräten oder Spezial-Hardware nutzt, sollte nicht bis Sommer 2028 warten, sondern den eigenen Fuhrpark frühzeitig auf VoLTE-Kompatibilität testen.
Ich schreibe bereits seit 2006 rund um die Themen Prepaid, Mobilfunk und Kommunikation und begleite die Entwicklungen auf dem Markt seit dieser Zeit intensiv und durchaus auch kritisch: Preisanpassungen, neue Tarifstrukturen wie die Datenautomatik oder immer mehr Datenvolumen haben nicht nur Vorteile. Das Internet hat in diesem Segment viel verändert und ist zu einer wichtigen Informationsquellen geworden, die vielfach die Mobilfunk-Fachgeschäfte abgelöst hat. Sollte es Fragen oder Anmerkungen zum Artikel geben – gerne in den Kommentaren oder auch direkt in den soazialen Netzwerken. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?