
Das Anklopfen, eine Funktion, die es Anrufern ermöglichte, während eines laufenden Gesprächs einen weiteren Anruf entgegenzunehmen, war einst ein Standardfeature in Festnetztelefonen. Mit der Verbreitung der Mobilfunktechnologie wurde diese Funktion auch in Mobiltelefone integriert. Doch wie sieht es heute mit dem Anklopfen im Mobilfunk aus? Welche technischen Voraussetzungen sind dafür nötig und welche Herausforderungen gibt es? In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit dem Thema Anklopfen im Mobilfunk beschäftigen und die Entwicklungen sowie den aktuellen Stand dieser Funktion beleuchten.
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Anklopfen im Prepaid Bereich eher die Ausnahme
Die Funktion Anklopfen ist auch im Prepaid-Bereich verfügbar und bietet denselben Komfort wie bei klassischen Laufzeitverträgen. Sie sorgt dafür, dass während eines laufenden Telefonats ein weiterer eingehender Anruf durch einen Signalton angezeigt wird. Der Nutzer kann dann entscheiden, ob er den neuen Anruf annimmt, ablehnt oder den ersten Anruf kurz hält, um zwischen den Gesprächen zu wechseln. Lange Zeit war diese Komfortfunktion vor allem Vertragskunden vorbehalten, inzwischen ist sie jedoch auch bei vielen Prepaid-Angeboten – etwa bei der Telekom und deren Discountern wie Edeka Smart oder Norma Connect – standardmäßig freigeschaltet. Damit können Prepaid-Nutzer genauso flexibel mit mehreren Anrufen umgehen wie Vertragskunden. Die Aktivierung erfolgt entweder direkt über die Anrufeinstellungen im Handy oder über GSM-Codes: Mit *43# wird Anklopfen eingeschaltet, mit #43# ausgeschaltet und mit *#43# lässt sich der aktuelle Status abfragen. Zusammengefasst bedeutet das: Auch im Prepaid-Bereich steht die Anklopffunktion zur Verfügung und lässt sich einfach nutzen.
Prepaid-Anbieter mit Anklopffunktion
| Anbieter | Netz | Anklopfen unterstützt? | Besonderheiten |
| MagentaMobil Prepaid | Telekom | Ja | Standardmäßig oft aktiv; via GSM-Code steuerbar. |
| Vodafone CallYa | Vodafone | Ja | Muss teils im Smartphone-Menü erst aktiviert werden. |
| O2 Prepaid | O2 | Ja | Netzseitig meist aktiv, falls nicht, über Support oder Code. |
| ALDI Talk | O2 | Ja | Nutzt die O2-Netzfeatures; Anklopfen ist möglich. |
| Lidl Connect | Vodafone | Ja | Grundfunktionen des Vodafone-Netzes sind verfügbar. |
| Congstar | Telekom | Ja | Volle Unterstützung der Telekom-Netzmerkmale. |
| Blau | O2 | Ja | In der Regel bei allen modernen Tarifen inklusive. |
Wer sich unsicher ist und dies testen möchte, kann dies sehr einfach mit der kostenlosen Freikarte von Vodafone tun. Diese kann also gratis Sim oder eSIM bestellt werden und unterstützt Anklopfen. Auf diese Weise kann man testen, ob man im Vergleich zum eigenen Anbieter einen Vorteile durch Anklopfen hat oder eher nicht.
Technische Grundlagen des Anklopfens
Das Anklopfen basiert auf dem Prinzip der Mehrfachverbindung. Ein Mobilfunknetz muss in der Lage sein, mehrere Verbindungen gleichzeitig zu einem Endgerät aufzubauen und zu verwalten. Dies erfordert eine entsprechende Netzarchitektur und leistungsfähige Basisstationen.
- Signalisierung: Die Signalisierung spielt eine entscheidende Rolle beim Anklopfen. Über spezielle Signalisierungsverfahren wird dem Teilnehmer signalisiert, dass ein weiterer Anruf eingeht.
- Rufumleitung: Um das Anklopfen zu realisieren, sind komplexe Rufumleitungen erforderlich. Diese leiten den eingehenden Anruf auf eine Warteschleife, bis der Teilnehmer entscheidet, ob er den neuen Anruf annehmen oder den bestehenden weiterführen möchte.
Anklopfen in der Praxis – Herausforderungen und Einschränkungen
Obwohl die technische Umsetzung des Anklopfens im Mobilfunk grundsätzlich möglich ist, ergeben sich in der Praxis verschiedene Herausforderungen und Einschränkungen. Bei einer hohen Netzlast kann es beispielsweise zu Verzögerungen oder Störungen kommen, da das System in solchen Momenten an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Zudem wirkt sich die Funktion negativ auf den Batterieverbrauch des Mobiltelefons aus, da für die Signalisierung und Aufrechterhaltung eines zweiten Gesprächskanals zusätzliche energetische Ressourcen benötigt werden.
Ein weiterer entscheidender Faktor sind Tarifabhängigkeiten, da die Verfügbarkeit und die konkreten Bedingungen für das Anklopfen stark vom gewählten Anbieter und Vertrag hängen. In einigen Fällen wird diese Funktion gar nicht oder nur gegen einen entsprechenden Aufpreis bereitgestellt. Darüber hinaus können technische Wechselwirkungen mit installierten Apps zu Problemen führen; insbesondere Anwendungen, die im Hintergrund aktiv sind, beeinträchtigen unter Umständen die Funktionalität oder verhindern das Anklopfen sogar vollständig.
Entwicklungen und Trends
In den vergangenen Jahren gab es einige Entwicklungen, die das Anklopfen im Mobilfunk beeinflusst haben:
- VoLTE: Mit der Einführung von Voice over LTE (VoLTE) wurde die Sprachqualität im Mobilfunk deutlich verbessert. VoLTE ermöglicht auch neue Funktionen, wie beispielsweise das gleichzeitige Führen mehrerer Sprach- und Videoanrufe.
- RCS (Rich Communication Services): RCS ist ein Nachfolger von SMS und bietet erweiterte Kommunikationsmöglichkeiten, wie beispielsweise Gruppenchats und das Versenden von Bildern und Videos. RCS könnte in Zukunft auch das Anklopfen unterstützen und neue Funktionen hinzufügen.
- Cloud-basierte Dienste: Immer mehr Mobilfunkdienste werden in die Cloud verlagert. Dies ermöglicht eine flexiblere und skalierbarere Bereitstellung von Funktionen wie dem Anklopfen.
Das Anklopfen im Mobilfunk ist eine Funktion, die zwar technisch realisierbar ist, jedoch in der Praxis häufig eingeschränkt oder gar nicht verfügbar ist. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von technischen Herausforderungen über tarifliche Einschränkungen bis hin zu veränderten Nutzerverhalten. Mit der Weiterentwicklung der Mobilfunktechnologie und der Einführung neuer Kommunikationsdienste wie RCS ist es denkbar, dass das Anklopfen in Zukunft wieder an Bedeutung gewinnt und neue Funktionen hinzufügt
Ich schreibe bereits seit 2006 rund um die Themen Prepaid, Mobilfunk und Kommunikation und begleite die Entwicklungen auf dem Markt seit dieser Zeit intensiv und durchaus auch kritisch: Preisanpassungen, neue Tarifstrukturen wie die Datenautomatik oder immer mehr Datenvolumen haben nicht nur Vorteile. Das Internet hat in diesem Segment viel verändert und ist zu einer wichtigen Informationsquellen geworden, die vielfach die Mobilfunk-Fachgeschäfte abgelöst hat. Sollte es Fragen oder Anmerkungen zum Artikel geben – gerne in den Kommentaren oder auch direkt in den soazialen Netzwerken. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?