Jahrelang galt Netzclub als der Geheimtipp schlechthin für alle, die eine wirklich kostenlose Mobilfunkkarte suchten. Mit dem werbefinanzierten Tarif Sponsored Surf Basic bot der Anbieter 200 MB monatliches Gratis-Datenvolumen, ohne dass dafür fixe monatliche Kosten anfielen. Anfang 2025 hat die Muttergesellschaft Telefónica das Angebot von Netzclub jedoch offiziell eingestellt. Neukunden können keine SIM-Karten mehr bestellen und Bestandskunden wurden schrittweise zur Schwestermarke FONIC überführt. Wer auf der Suche nach einer Alternative ohne Vertragsbindung ist, fragt sich nun: Welche Optionen gibt es heute auf dem Markt?
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1. Kostenlose Freikarten ohne Grundgebühr (Der direkte Ersatz)
Auch wenn das permanent kostenlose Datenvolumen von Netzclub einzigartig war, gibt es weiterhin Prepaid-Karten, die ohne Kaufpreis, ohne Versandkosten und ohne monatliche Fixkosten auskommen. Sie eignen sich ideal für Zweithandys, Alarmanlagen, Kinder-Smartphones oder reine Erreichbarkeit.
Vodafone CallYa Classic
Die CallYa Freikarte ist das aktuell beliebteste Gratis-Angebot auf dem Markt.
- Kosten: 0,00 € Anschaffung, keine monatliche Grundgebühr.
- Netz: Vodafone (D2) inklusive 5G-Zugang.
- Abrechnung: 9 Cent pro Minute und SMS.
- Vorteile: Exzellente Netzabdeckung, modernste Technik (auch als eSIM verfügbar) und flexible Zubuchoptionen für Datenpakete.
o2 Prepaid Basistarif
Wer lieber im Netz der Telefónica bleiben möchte, greift zur flexiblen Option von o2.
- Kosten: Rechnerisch kostenlos (4,99 € Kaufpreis mit 5,00 € Startguthaben oder im Rahmen von Freikarten-Aktionen).
- Netz: o2 / Telefónica.
- Abrechnung: 9 Cent pro Minute/SMS.
- Vorteile: Keine Mindestlaufzeit, unkomplizierte Handhabung. Über die Mein o2-App lassen sich gelegentlich Gratis-Datenvolumen-Aktionen nutzen.
2. Günstige Einsteiger-Tarife für Wenignutzer (Unter 5 Euro)
Wer monatlich ein kleines Datenkontingent benötigt und bereit ist, einen Kleinstbetrag zu zahlen, findet sehr preiswerte Alternativen mit fester Flatrate oder Datenpaket.
| Anbieter | Netz | Datenvolumen | Preis / 4 Wochen | Besonderheit |
| congstar Prepaid wie ich will | Telekom (D1) | Flexibel konfigurierbar | ab ca. 2,00 € | Beste D1-Netzqualität für Minimalisten. |
| Vodafone CallYa Start | Vodafone (D2) | 1 GB + Allnet-Flat | 4,99 € | Inklusive 5G und VoLTE/WiFi-Call. |
| congstar Allnet XS | Telekom (D1) | 1 GB + Allnet-Flat | 5,00 € | Solider Einstiegstarif im Telekom-Netz. |
| ALDI TALK / LIDL Connect | o2 / Vodafone | Einstiegspakete | ab 4,99 € – 8,99 € | Supermarkt-Tarife mit flexibler Zubuchung. |
3. Netztest-Aktionen: 30 Tage unbegrenzt surfen
Wer vorübergehend kostenloses Datenvolumen sucht (z. B. für den Urlaub oder zum Testen der Netzabdeckung), kann auf temporäre Testkarten der Netzbetreiber ausweichen:
- o2 Testkarte: Bietet 30 Tage lang komplett unbegrenztes Datenvolumen (Unlimited) im o2-Netz ohne Kosten. Der Vertrag endet nach 30 Tagen automatisch.
- Vodafone Try For Free: Erlaubt es ebenfalls, das Vodafone-Netz 30 Tage lang kostenlos auf Herz und Nieren zu testen.
Fazit: Was ist die beste Lösung?
Ein dauerhaft kostenloses Datenvolumen ohne jegliche Gegenleistung gibt es seit dem Netzclub-Aus leider nicht mehr als dauerhaftes Standardmodell.
- Wer absolut nichts bezahlen und nur erreichbar sein möchte, ist mit der Vodafone CallYa Freikarte am besten beraten.
- Wer ein wenig Datenvolumen benötigt, fährt mit Einsteigertarifen für ca. 5 Euro (wie CallYa Start oder congstar) am sichersten und erhält im Vergleich zu den alten 200 MB von Netzclub ein Vielfaches an Leistung und Geschwindigkeit.
Netzclub Tarife (nicht mehr verfügbar)
HINWEIS Netzclub hat Ende 2024 die aktive Vermarktung der Prepaid Sim weitgehend eingestellt (erneut). Daher ist unklar, wie genau es mit der Marke weiter geht. Wir empfehlen daher stattdessen aktuell eher die O2 Freikarten, wie diese nach wie vor aktiv weiter geführt wird.
Kostenlose Prepaid Karten der Netzbetreiber gibt es mittlerweile einige. Egal ob die O2 Freikarte oder der Callya – an solche Freikarten ohne Kaufpreis kommt man relativ einfach. Im Discountbereich dagegen sieht es eher schlecht aus mit den kostenlose Handykarten. Viele Anbieter haben zwar sehr hohes Startguthaben im Angebot aber einen kostenlose Karte ist eher die Ausnahme.
Netzclub nutzt diese Lücke und bietet eine gratis Prepaid Karte in Kombination mit einem 9 Cent Discount-Tarif. Der Tarif entspricht dabei den bekannten 9 Cent Tarifen die man von anderen Anbietern wie beispielsweise Congstar, Blau oder auch Klarmobil kennt. Lediglich der Kaufpreis wurde erlassen und Versandkosten für die Karte gibt es auch keine.
Allerdings wurde dieser Tarif leider schon länger nicht mehr aktualisiert und daher wirkt der Tarif zwar nach wie vor interessant, aber es gibt günstigere Prepaid Sim auf dem deutschen Markt. Für Nutzer, die mehr als das kostenlose Datenvolumen brauchen, empfehlen wir daher eher, auf andere Anbieter im O2 Netz zurückzugreifen, beispielsweise auf die günstigen 6 Cent Tarife von Discotel oder auf die originale Prepaidkarte von O2. Generell ist Netzclub insgesamt kein schlechter Tarif, man merkt aber eben, dass bereits längere Zeit keine neuen Updates gebracht wurden. Das Angebot arbeitet dabei rein mit Tarifen. Ein Prepaid Handy zur Simkarte gibt es leider nicht.
Netzclub Tarifdetails
- 9 Cent pro Gesprächsminute in alle deutschen Netze
- 9 Cent pro SMS in alle deutschen Netze
- Mailboxabfrage kostenlos
- 39 Cent pro MMS
- Alle weiteren Details gibt es direkt bei Netzclub*
Im Datenbereich gibt es einen weiteren Unterschied: Netzclub bietet zur kostenlose Prepaid Karte auch eine kostenlose Datenflatrate (Sponsored Surf Basic) an. Diese umfasst zwar nur 200 MB monatliches Volumen ohne Drosselung, ist dafür aber bereits im Tarif enthalten. Diese kostenlose Datenflatrate ist werbebasiert und wird auch durchaus aktiv beworben. Im Kleingedruckten schreibt das Unternehmen zu den weiteren Details:
Netzclub verschickt monatlich bis zu 30 WerbeSMS an jeden Kunden. Darin enthalten sind Sonderangebote und Werbung mit entsprechenden Links. Werden diese angeklickt kann man im Gegenzug die kostenlosen Flatrates aktivieren. Allerdings erhalten nur die wenigsten Kunden wirklich 30 SMS im Monat. Die Erfahrungswerte gehen hier von 4 bis 8 SMS pro Monat aus. Das kann sich allerdings nach Werbelage durchaus auch ändern.

Leider gibt es nach wie vor keine schnelleren Datenverbindungen bei Netzclub. Bei 21,6MBit/s ist das Maximum beim Speed erreicht und LTE max und auch 5G stehen bisher auch gegen Aufpreis nicht zur Verfügung. Neue Funktionen wie eSIM Prepaid Angebote gibt es bei Netzclub leider auch nicht.
Das Netz von Netzclub
Die Prepaidkarte des Unternehmens nutzt das Mobilfunk-Netz von O2. LTE lässt sich mittlerweile auch nutzen, der maximale Speed im Internet ist auf 21,6Mbit/s gedrosselt. Damit ist die Simkarte von Netzclub nicht nur langsamer als es das O2 Netz eigentlich erlauben würde, sondern auch langsamer als die meisten anderen Discounter im O2 Netz. Konkurrenten wie Discotel bieten mittlerweile LTE Speed bis 50MBit/s. Das ist drei Mal so schnell wie die Netzclub Handykarten.
Nutzer berichten häufiger von Problemen mit dem Netz, wobei das natürlich sehr von Ausbaustand des O2 Netz in der Region abhängt. Allerdings gibt es auch Kritik am Support und das hängt nicht vom Netz ab. Auch bei der Nachhaltigkeit liegt O2 eher im unteren Mittelfeld. Da die Netzclub Karte aber eine kostenlose Prepaid ist und keine Mindestvertragslaufzeit hat, ist das Risiko eher gering. Selbst bei schlechtem Netz kann man relativ einfach auch wieder zu einem Anbieter wechseln. Im O2 Prepaid Vergleich bietet die Karte nicht den günstigsten Tarif, die kostenlose Datenflat gibt es aber nur bei Netzclub.
Mittlerweile gibt es bei Netzclub neben der Prepaidkarte auch einen Handytarif unter dem Namen Clever sowie eine Flatrate mit 3 Gigabyte Datenvolumen und Freiminuten. Diese neuen Tarife beinhalten ebenfalls werbefinanzierte Surf-Flatrates.
- Alle weiteren Details gibt es direkt bei Netzclub*
Ich schreibe bereits seit 2006 rund um die Themen Prepaid, Mobilfunk und Kommunikation und begleite die Entwicklungen auf dem Markt seit dieser Zeit intensiv und durchaus auch kritisch: Preisanpassungen, neue Tarifstrukturen wie die Datenautomatik oder immer mehr Datenvolumen haben nicht nur Vorteile. Das Internet hat in diesem Segment viel verändert und ist zu einer wichtigen Informationsquellen geworden, die vielfach die Mobilfunk-Fachgeschäfte abgelöst hat. Sollte es Fragen oder Anmerkungen zum Artikel geben – gerne in den Kommentaren oder auch direkt in den soazialen Netzwerken. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?
2 Kommentare zu „Netzclub Tarife komplett eingestellt: Diese Anbieter kann man stattdessen nutzen“