Prepaid Simkarte – Nutzung, Technik und die Hintergründe – Simkarten von Prepaid- und Discountanbietern unterscheiden sich in technischer Hinsicht nicht von den Simkarten die man mit einem 24 Monatsvertrag erhält. Sie sind in jedem Gerät nutzbar, sofern es für fremde Karten freigeschaltet ist, also keinen Simlock oder Netlock hat. Die Simkarte besteht dabei in der Regel auf einer Plastikkarte mit aufgeprägten Chip. Mittlerweile bekommt man auch Prepaid Simkarten bei allen Anbietern in alle Größen. Es ist daher auch kein Problem, einen Prepaid Discounter mit Nano Simkarte zu finden (um beispielsweise iPhone Prepaid Tarife zu nutzen oder auch andere moderne Smartphones zu betreiben). Wer sich für weitere technische Details interessiert findet in der Wikipedia weiterführende Informationen.
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Die Unterschiede zwischen den Karten und den Tarifen beruhen nur auf den Vorgaben der Anbieter bzw. der Technik und dem Netz, in dem die Karte funktioniert. Dazu ist natürlich bei Prepaid die Abrechnung anders. Während man bei Postpaid Tarifen erst die Karte nutzen kann und danach eine Rechnung erhält, muss man bei Prepaid Sim erst Guthaben aufladen und kann dann dies nutzen. Ist kein Guthaben mehr vorhanden, kann man die Simkarte auch nicht mehr nutzen. Negatives Guthaben – also mit der Karte ins Minus zu rutschen – ist in der Regel nicht möglich. Einige Anbieter haben allerdings unechtes Prepaid, in diesen Fällen ist es leichter möglich, mit dem Guthaben ins Minus zu rutschen.
Simkarten aus dem Markt (laut Bundesnetzagentur)
Zeitraum | Telekom (in Tausend) | Vodafone (in Tausend) | Telefónica (in Tausend) | 1&1 Mobilfunk (in Tausend) | Gesamt (in Tausend) |
---|---|---|---|---|---|
1. Quartal 2025 | 69.788 | 83.714 | 43.228 | 8.409 | 205.139 |
4. Quartal 2024 | 68.553 | 82.769 | 44.990 | 5.023 | 201.335 |
3. Quartal 2024 | 66.920 | 82.589 | 45.865 | 2.994 | 198.368 |
2. Quartal 2024 | 65.192 | 82.021 | 45.610 | 2.288 | 195.111 |
1. Quartal 2024 | 63.284 | 80.332 | 45.180 | 731 | 189.527 |
Prepaid Simkarten lohnen sich für die Unternehmen weniger
Die Zahl der Anbieter mit Prepaid Simkarte auf dem deutschen Markt ist in den letzten Jahre etwas zurück gegangen, aber nach wie vor gibt es sehr viele Angebote im Prepaid Bereich. Das ist erstaunlich, denn die Umsätze im Prepaid Bereich pro Kunden sind deutlich niedriger als bei normalen Handyverträgen. Das liegt vor allem daran, dass Prepaid Sim in vielen Fällen von Wenig-Telefonierern und Wenig-Nutzer eingesetzt werden. Die Tarife lohnen sich für Verbraucher vor allem dann, wenn man eher wenig Umsatz macht und daher findet man die Power-Nutzer mit den hohen Umsätzen natürlich bei den Allnet Flat mit monatlicher Abrechnung, während die Wenig-Nutzer bevorzugt zur Prepaid SIM greifen. Entsprechenden liegen die durchschnittlichen monatlichen Umsatz pro Kunden (je nach Netzbetreiber unterschiedlich) bei Prepaid bis zu 20 Euro unter den Umsätzen im Postpaid Bereich.

Daher gibt es in den meisten Fällen auch Discounter, die sich auf Prepaid spezialisiert haben und die Simkarte in den meisten Fällen ohne Handys oder Hardware anbieten. Der Hintergrund ist auch recht einfach: aufgrund der geringen Umsätze bleibt einfach nicht genug Umsatz übrig, um damit auch noch ein Handy zu subventionieren. Das ist aber in den meisten Fällen aber auch gar nicht notwendig, das Prepaid Nutzer oft die Geräte sehr lange nutzen und daher deutlich seltener neue Handys und Smartphones benötigen.
HINWEIS: Prepaid Sim sind nach wie vor sehr einfach zu bekommen und es gibt viele Prepaid Sim ohne Grundgebühr und auch Prepaid Tarife ohne Vertrag und Laufzeit. Mittlerweile müssen aber alle Handykarten im Prepaid Bereich per Ausweis freigeschaltet werden. Anonyme Sim ohne Ausweis gibt es also neu nicht mehr.
Die Kostenkontrolle bei Prepaid Sim
Kostenkontrolle bei Prepaid-SIM-Karten bedeutet, dass man die Ausgaben für den mobilen Datenservice jederzeit im Blick behalten und steuern kann. Mit einer Prepaid-SIM-Karte bezahlt man nur für das, was man tatsächlich nutzt. Es gibt keine monatlichen Fixkosten oder Vertragsbindung. Man kann den aktuellen Verbrauch und das verbleibende Guthaben jederzeit über eine App, SMS oder einen Anruf überprüfen. Viele Anbieter bieten eine automatische Aufladung an, falls das Guthaben unter einen bestimmten Betrag fällt. Dies ist praktisch, kann jedoch dazu führen, dass das Guthaben schneller aufgebraucht wird. Um unerwünschte Abbuchungen zu verhindern, kann man eine Drittanbieter-Sperre aktivieren. Dadurch können nur der eigene Anbieter und autorisierte Drittanbieter Gebühren auf der SIM-Karte abrechnen. All diese Funktionen helfen dabei, die Ausgaben im Griff zu behalten und sicherzustellen, dass man nicht mehr zahlt als geplant.
VIDEO Prepaid und Postpaid im Vergleich
Weitere Besonderheiten bei Prepaid SIM
Wie normale Handykarten auch sind die Prepaid Simkarten mit den Daten des jeweiligen Betreibers codiert und man kann dies auch nicht mehr ändern. Deswegen ist es auch notwendig, Simkarten bei Vertragswechsel zu erneuern, obwohl man die alte Rufnummer behält. Die neue Karte ist mit den Vertragsdetails des neuen Anbieters ausgestattet, kann aber in der Regel problemlos im alten Handy weiterbenutzt werden, wenn dieses frei, also nicht gesperrt ist.
Da regelmäßig neues Guthaben auf die Prepaid-Simkarten geladen werden muss, bieten alle Anbieter eine oder auch mehrere Möglichkeiten der Guthabenaufladung an. Die Netzbetreiber (Callya von Vodafone oder auch die Telekom Prepaidkarte) haben dabei oft sehr viele Möglichkeiten, bei Discountern (beispielsweise WinSIM) gibt es manchmal auch nur eine Form der Aufladung. Im Postpaid Bereich gibt es diese Mechanismen nicht, da dort per Rechnung alle Leistungen beglichen werden – eine Aufladung ist damit nicht notwendig.
Mittlerweile gibt es auch Prepaid Karten mit eSIM Technik. Dann braucht man gar keine Plastik Sim mehr, sondern kann die Tarife direkt auf den verbautem Sim-Chip laden. Allerdings unterstützen nach wie vor nicht alle Prepaid Tarife eSIM.
Prepaid Handytarife bieten einige Vorteile gegenüber Vertragstarifen. Dazu gehören:
- Keine Vertragsbindung: Prepaid-Tarife haben keine Vertragsbindung. Sie können den Tarif jederzeit kündigen oder pausieren.
- Vollständige Kostenkontrolle: Bei Prepaid-Tarifen zahlen Sie nur für das, was Sie nutzen. Es können keine hohen Rechnungen entstehen.
- Flexibilität: Prepaid-Tarife sind sehr flexibel. Sie können das Datenvolumen und die Minutenpakete jederzeit anpassen.
- Keine Bonitätsprüfung: Für Prepaid-Tarife ist keine Bonitätsprüfung erforderlich. Die bekannte Schufa-Abfrage findet bei diesen Sim also nicht statt.
Der Netz-Zugang mit Prepaid Simkarten
Unterschiede zwischen Prepaid- und Postpaid Sim gibt es teilweise auch beim Netzzugang. Prinzipiell stehen dabei alle Mobilfunk-Masten auch Prepaidkungen zur Verfügung, gerade beim 4G Netz-Zugang gibt es aber Unterschiede. Viele Prepaid Discounter haben nach wie vor keinen Zugang zu den LTE Bereichen des jeweiligen Netzes und sind damit auf 2G und 3G Verbindungen angewiesen. Das ist vor allem im Datenbereich ein Problem, da es damit keine schnellen LTE Internet-Verbindungen gibt. Es gibt aber auch im Postpaid Bereich nach wie vor sehr viele Simkarten ohne LTE – das ist also kein Prolem, das allein Prepaid Sim haben.

Die Entwicklung scheint hier aber durchaus positiv. Die Zahl der Prepaid-Simkarten mit LTE Zugang hat zugenommen und es werden immer mehr Anbieter, die 4G Verbindungen anbieten können und damit auch LTE verfügbar haben.
5G bei Prepaid Sim Karten
Bei den Prepaid Tarifen hat sich in Sachen 5G in den letzten Monaten einiges getan. Während früher nur Vertragskunden in den Genuss von Highspeed-Mobilfunk kamen, bieten mittlerweile viele Prepaid-Anbieter ebenfalls Zugang zum 5G-Netz – und das oft zu überraschend günstigen Konditionen. Besonders erfreulich ist, dass auch Discounter wie congstar, ja! mobil, PENNY mobil, NORMA Connect oder fraenk im Telekom-Netz (D1) 5G freigeschaltet haben. Auch im Vodafone- und O2-Netz ziehen Anbieter wie ALDI TALK, LIDL Connect oder Tchibo mobil nach und ermöglichen ihren Kunden schnelles Surfen ohne Vertragsbindung.
Die Tariflandschaft ist dabei so vielfältig wie nie: Vom günstigen Einsteigertarif mit wenigen Gigabyte bis hin zu üppigen Datenpaketen für Vielnutzer ist alles dabei. So bietet beispielsweise Vodafone mit CallYa eine Allnet-Flat mit 15 GB für unter zehn Euro an, während Tchibo mobil im O2-Netz satte 35 GB für denselben Preis bereitstellt. Auch Jahrespakete wie bei EDEKA smart sind beliebt – hier bekommt man monatlich ein kleines Datenvolumen, zahlt aber nur einmal im Jahr und profitiert von Extras wie Hotspot-Flatrates oder inkludiertem Roaming in der Schweiz.
Wichtig für die Nutzung von 5G ist natürlich ein entsprechendes Endgerät. Wer ein 5G-fähiges Smartphone besitzt und sich in einem gut ausgebauten Gebiet befindet, kann die Vorteile des neuen Standards voll ausschöpfen: schnellere Downloads, stabilere Verbindungen und geringere Latenzen. Die Netzabdeckung variiert allerdings je nach Anbieter und Region, sodass sich ein Blick auf die jeweilige Netzkarte lohnt.
Insgesamt zeigt sich: 5G ist längst nicht mehr nur ein Premium-Feature für Vertragskunden. Auch im Prepaid-Segment wird es zunehmend zum Standard – und das bei voller Kostenkontrolle und maximaler Flexibilität. Wer also Wert auf schnelle Datenverbindungen legt, muss sich nicht mehr langfristig binden, sondern kann auch mit Prepaid-Tarifen voll durchstarten.

Ich schreibe bereits seit 2006 rund um die Themen Prepaid, Mobilfunk und Kommunikation und begleite die Entwicklungen auf dem Markt seit dieser Zeit intensiv und durchaus auch kritisch. Das Internet hat in diesem Segment viel verändert und ist zu einer wichtigen Informationsquellen geworden, die vielfach die Mobilfunk-Fachgeschäfte abgelöst hat. Sollte es Fragen oder Anmerkungen zum Artikel geben – gerne in den Kommentaren oder auch direkt in den soazialen Netzwerken. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?