Anbieter wechseln, Handynummer behalten – so funktioniert die Rufnummernmitnahme

Wer seinen Mobilfunkanbieter wechseln und seine alte Handynummer behalten möchte, hat nun gute Chancen. Bis zum Inkrafttreten der TKG-Novelle war die Rufnummernmitnahme nur dann möglich, wenn man sie maximal 123 Tage vor oder bis zu 85 Tage nach Vertragsende beantragt hat. Diese umständliche Regelung ist heute nicht mehr gültig – wer seine Rufnummer während des laufenden Vertrags zu einem anderen Anbieter portieren möchte, kann das problemlos tun – egal, wie lange der Vertrag noch läuft und auch ohne Kündigung.

Die gesetzlichen Regelungen sind dabei für alle Anbieter identisch. Es macht also keinen Unterschied, ob man eine D1 Prepaid Sim nutzt, einen D2 Prepaid Vertrag oder eine O2 Prepaid Karte hat. Auch der Tarif selbst spielt dabei keine Rolle – die Mitnahme der Rufnummer unterscheidet sich noch bei Prepaid Allnet Flat oder Prepaid Freikarten.

Die Kosten der Rufnummernmitnahme

Der alte Anbieter darf für die Freigabe und Übertragung der Rufnummer an den neuen Anbieter eine Gebühr berechnen. Die Bundesnetzagentur hat aber dafür eine Obergrenze festgelegt und diese 2020 nochmal deutlich abgesenkt. Daher dürfen inzwischen nur noch maximal 6.82 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) für die Freigabe der Rufnummer berechnet werden. Höhere Kosten sind nicht erlaubt.

Die 6,82 Euro müssen vor der Portierung auf der Prepaid Sim als Guthaben vorhanden sein. Unter Umständen muss man daher eventuell nochmal Guthaben nachladen.

TIPP: Einige Anbieter bieten extra Guthaben, wenn man die alte Rufnummer mitbringt. Dieser Bonus übersteigt oft die Kosten für die Mitnahme der Rufnummer deutlich, so dass man sich hier noch einen kleinen extra Rabatt sichern kann, wenn man eine alte Rufnummer mitbringt.

Wie funktioniert die Mitnahme der Rufnummer?

Damit bei der Rufnummernportierung alles klappt, sind einige Datenangaben notwendig. Wichtige Angaben wie Name und Geburtsdatum (Privatkunden) oder Firmenname und bisherige Kundennummer (Geschäftskunden) müssen beim Alt- und Neuanbieter übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, muss die Person, auf deren Name die Handynummer bislang lief, eine Einverständnis- oder Abtretungserklärung abgeben. Natürlich ist die Rufnummernmitnahme auch mit Kosten verbunden, die jedoch mit meist 25 – 30 Euro überschaubar sind. Diese werden vom Altanbieter entweder in Rechnung gestellt oder vom Restguthaben abgebucht. Zunächst sollte man seinem aktuellen Anbieter mitteilen, dass man die vorzeitige Rufnummernportierung wünscht. Nachdem man anschließend beim neuen Anbieter die Rufnummernportierung in Auftrag gegeben hat, wird von diesem der bisherige Anbieter kontaktiert, damit dieser die Nummer freigeben und einen Termin zur Portierung festlegen kann.

Viele Vorteile durch die Rufnummernportierung

Wer seine Handynummer trotz neuem Anbieter behält, profitiert gleich mehrfach. Immerhin vermeidet man dadurch den Stress, all seinen Bekannten die Änderung der Rufnummer mitzuteilen. Vor allem im geschäftlichen Bereich können Veränderungen an den Rufnummern Probleme verursachen, da Visitenkarten, Geschäftspapier und Co. neu bedruckt werden und die ständige Erreichbarkeit für Kunden und Geschäftspartner gewährleistet sein müssen. Hauptgründe für den Wunsch nach einem Anbieterwechsel sind meist entweder ein am Wohnort oder Geschäftssitz schlechter Empfang im gewählten Netz oder ein geändertes Nutzungsverhalten. Durch den Smartphone-Boom und den damit einhergehenden neuen Möglichkeiten, die die mobile Welt eröffnet, benötigt hat man heutzutage oft Bedarf an ganz anderen Tarifen als noch vor wenigen Jahren. Zudem locken durch den schnellen Preisverfall auf dem Mobilfunkmarkt immer günstigere Tarife.

HINWEIS: Die Rufnummer wird mittlerweile oft auch als Legitimation genutzt. Beispielsweise muss man Bank-TAN oft per SMS bestätigen oder auch beim Login wird oft eine SMS zur Kontrolle geschickt. Mit der Mitnahme der Rufnummer erspart man sich oft auch die Umstellung dieser Verfahren und das spart Zeit und Nerven.

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